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„Und trotzdem gab es Hoffnung“
Trümmerfrauen aus Österreich berichten
Mit dem Tagebuch von Paula v. Preradovic
„Wenn ein Alter stirbt, verbrennt immer eine ganze Bibliothek“ dieses Zitat von Amadou Hampate Ba, war wohl Anlass für diese Berichte noch lebender „sogenannter“ Trümmerfrauen. Die Gespräche mit diesen Frauen waren für mich sehr bewegend und vieles ist für mich und meine Generation schlicht unvorstellbar.
Das Buch ist sehr authentisch, die Sprache der Erzählerinnen wurde übernommen und bei behalten. Es vereint eine Auswahl verschiedenster Lebensschicksale und bietet einen Querschnitt der Erlebnisse von Frauen unterschiedlichster Provenienz.
Als prominente Zeitzeugen kommen der Verleger und Widerstandkämpfer Fritz Molden und Filmregisseur Prof. Franz Antel zu Wort. Das historische Fundament lieferte Univ. Prof. Dr. Gerhard Jagschitz


Rezension

Theresia Zierler (Hg.): ". . . und trotzdem gab es Hoffnung! "
14.12.2006 | 00:00 | (Die Presse)

Überleben war alles.
Dieses Buch erzählt von kleinen Schurken, von Verrat, Feigheit und Schäbigkeiten, es singt aber auch das Hohelied des kleinen Heldentums, der Unbeugsamkeit und unspektakulärer Menschlichkeit", stellt der Zeithistoriker Gerhard Jagschitz dem Werk voran. Interviews mit sogenannten "Trümmerfrauen", Erinnerungen an eine unendlich schwere Zeit nach 1945 sind hier vereinigt. Beeindruckend ist auch das hinterlassene Tagebuch der Dichterin Paula von Preradovic aus den April- und Maitagen '45, das sie für ihre Söhne Otto und Fritz Molden verfasst hat. In vielen Familien finden sich derartige Niederschriften, die es der heutigen Generation erleichtern sollen, die Not und den Kampf ums Überleben unserer Eltern und Großeltern nachvollziehen zu können.

Theresia Zierler (Hg.): ". . . und trotzdem gab es Hoffnung! 'Trümmerfrauen' aus Österreich berichten"
Leopold Stocker Verlag, 190 Seiten,